Der Uhudler

Die Geschichte

1860: Aus Amerika  wurde die Reblaus nach Europa eingeschleppt.
1869: Die Reblaus hat Österreich erreicht. Es werden Direktträger aus Amerika importiert, mit heimischen Rebsorten gekreuzt. Nur einige Winzer lassen diese Reben als Direktträger wachsen.
1937: Der Verschnitt von Edelwein und Direktträgerwein wird verboten.
1961: Im österreichischen Weingesetz wird der Uhudler als "Haustrunk" beschränkt. Nur für den Eigenverbrauch.
1971: Nur noch 400 Liter Uhudler "je im Weinbau vollbeschäftigte Person/Jahr" sind erlaubt.
1985: Im Zuge des österreichischen „Weinskandals“ tritt ein neues Weingesetz in Kraft. Der Begriff "Haustrunk" wird aus dem Weingesetz gestrichen. Der Anbau wird verboten.
Ab 1992: Neues Weingesetz, die Bestimmung des Weingesetzes 1985 über Direktträgerwein entfallen. Der Name „Uhudler“ wird durch Patentanmeldung markenrechtlich geschützt und darf ausschließlich im Südburgenland / Österreich (Bezirk Jennersdorf, Güssing und Oberwart) verwendet werden. Legalisierung - Aufnahme des Direktträgerweines in das Weingesetz!

Uhudlertrauben und ein Glas gefüllt mit Uhudler-Wein
Ein Krug und ein Glas mit Uhudler-Wein

 

 

Der Name

Der Name ist ausgefallen und zu seiner Entstehung gibt es gleich zwei Versionen: Früher waren die Winzer bei der Weinlese und den anschließenden Arbeiten oft bis zu einer Woche im Weinkeller. Wenn sie dann nach dieser anstrengenden Zeit, mit durchaus intensivem Weingenuss, mit "Ringen unter den Augen" nach Hause kamen, reagierten deren Frauen mit dem Ausspruch: "Du schaust aus wie ein Uhu!"

In einer zweiten Version wird der Name auf den Plutzer zurückgeführt, ein für den Uhudler verwendetes und lokal als "Udler" bezeichnetes Tongefäß. In der Steiermark wird ebenfalls ein Wein aus diesen Sorten produziert, der Name Uhudler darf aber nur im Südburgenland verwendet werden. Deshalb wird er im Bundesland Steiermark manchmal als "Juhudler", "S’Uhudler" und "Suhudler" oder nach der häufig verwendeten Sorte als "Isabella" bezeichnet. Das Original, markenrechtlich geschützt, gibt es aber nur im Südburgenland.

 

 

Wo der Uhudler wächst...

Im Südburgenland, in den Bezirken Güssing und Jennersdorf, mit den Zentren in Heiligenbrunn, Moschendorf und Eltendorf/Hochkogel. Die urigen, strohgedeckten Presshäuser und Lagerkeller in der Kellergasse von Heiligenbrunn erinnern an ein Freilichtmuseum, sind aber noch überwiegend in Betrieb und bei vielen Winzern gibt es auch den Uhudler samt einer deftigen Jause zu kosten. Auch das Weinmuseum Moschendorf, mit seiner Uhudler-Vinothek, die von Mai bis Oktober geöffnet ist,  ist einen Besuch wert.

 

 

 

 

Strohgedeckte Häuser
Uhudler-Flaschen und Jausenbrett

 

 

...und wie er schmeckt

Es gibt verschiedene zugelassene Uhudler-Sorten, Concordia, Ripatella, Elvira und Delaware. Dementsprechend variiert nicht nur der Geschmack und die Farbe des Uhudlers, sondern auch der Duft. Im Geschmack ist er durch eine herb-deftige Säure geprägt und er duftet nach Waldbeeren, Erdbeeren, Ribisel oder Himbeeren. Und weil er äußerst resistent gegen die Reblaus und Pilzkrankheiten ist, kommt kein chemischer Pflanzenschutz zum Einsatz. Er ist also ein reines Naturprodukt. Ein perfekter Sommerwein, der zwischen 7 und 10 Grad Celsius getrunken wird und maximal 2 Jahre gelagert werden kann.

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