Brauchtum und Tradition

Nehmen Sie teil am bunten Brauchtumsreigen und genießen Sie einen Urlaub der etwas anderen Art - wenn Sie beispielsweise am traditionellen Federnschleißen teilnehmen oder in einem Kurs die alte Kunst des Korbflechtens erlernen.

Gruppe Frauen beim Federnschleißen

Brauchtum rund um die Gans - Federnschleissen

Wenn sich früher im Winter die Frauen im Ort in einem Haus versammelten, dann hatte das einen guten Grund: Es war die Zeit zum Federnschleißen.
Ein Sack voller Gänsefedern wurde über dem Tisch ausgeleert und viele fleißige Hände waren fortan für einen, in der Regel aber mehrere Tage beschäftigt. Denn bei dieser anspruchsvollen Tätigkeit werden die Daunen von den Federkielen gezupft und anschließend für Pölster und Tuchenten als Füllmaterial verwendet. Das dauert schon seine Zeit. Aber so ein Tag bedeutete nicht nur Arbeit. Neben dem Schleißen der Federn gab es reichlich Zeit, um sich gut zu unterhalten und anschließend das Tagwerk bei einer zünftigen Jause zu beenden.

Im Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf kann man jetzt zur Ganslzeit nochmals in diese alte Erinnerung eintauchen oder sich erstmals am Federnschleißen üben. Jedes Jahr findet ein Federnschleiß-Workshop statt, wo Interessierte herzhaft zupacken und ein altes Brauchtum wieder aufleben lassen können.

Der Anfang einer Korbflechtarbeit, der bereits geflochtene Boden ist zu sehen

Korbflechten

Gar so lange ist es noch nicht her, da hat so mancher Südburgenländer die kalten Wintertage nicht in den schönen Thermen- und Wellnessanlagen der Region verbracht. Waren die Felder erst einmal mit Schnee bedeckt, kehrte zwar ein wenig mehr Ruhe ein. Diese wurde aber fleißig für andere Dinge genutzt, für die sonst neben der Feldarbeit keine Zeit war oder die erst im Winter möglich waren.

So zum Beispiel das Besenbinden. Dafür werden Reisigzweige verwendet, die mit einem Draht in der oberen Hälfte zusammengebunden werden. Unten sorgen die buschigen Enden für ein tolles Kehrergebnis. Außerdem wurden Körbe geflochten, für die man südburgenländische Kopfweide verwendete oder Rechen selbst gebaut.
Auch wenn sich Vieles in der Zwischenzeit geändert hat, gehört längst nicht alles davon der Vergangenheit an. Und erfreulicherweise wird das Wissen um diese alten Traditionen auch weiter bewahrt.
Wer selbst Hand anlegen will:
Franz Lex bietet an mehreren Terminen ganztägige Korbflechtkurse an (jeweils 8 bis 17 Uhr).

Kursleiter Franz Lex
8385 Neuhaus am Klausenbach, Bachstraße 12
Tel. 03329/2704 oder 0664/8643186
lexfranz@hotmail.com,

www.jopera.at

 

 


Zwei Frauen in blauen Dirndln und Jacken mit einem Korb gefüllt mit Schnaps- und Weinflaschen

Rechnitzer Alltagsdirndl

Brauchtumspflege wird im Südburgenland groß geschrieben und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch die Trachten mancherorts eine Renaissance erleben.

Das Rechnitzer Alltagsdirndl wurde schon vor einigen Jahrzehnten in den verschiedensten Materialien und Farben, teils kariert oder geblumt, getragen. Rührige Rechnitzerinnen haben sich dieser Alltagskleidung vor etwa drei Jahren verschrieben und ihr ein einheitliches Aussehen gegeben.

Dabei wird auf typisch burgenländische Materialien zurückgegriffen - als Stoff für Kleid und Schürze wurde Blaudruck aus Steinberg gewählt, der über die Grenzen hinaus bekannt ist. Die Trachten entstehen dabei in feiner Handarbeit. Der Rockteil des Dirndls wird mit der Hand gezogen, die Bluse mit einem Kreuzstich-Motiv verziert, die Knopflöcher werden mit der Hand genäht und die Spitze der Schürze wird selbst gehäkelt. Inzwischen wurden auch die Herren mit einem Blaudruckgilet mit dazu passender Krawatte eingekleidet.

Im Rechnitzer Dorfladen können sich interessierte Damen übrigens ein maßgeschneidertes Dirndl anfertigen lassen.
Auskunft erhalten Sie unter 03363/79143.

Korb mit bunten Eiern mit Blumenmotiven

Stinatzer Ostereier

Eine ganz ruhige Hand brauchen die Stinatzer um die Zeit zu Ostern. Dann nämlich ritzen sie mit einem scharfen Messer und viel Geduld wunderschöne Muster in gefärbte Eier. Die feine Kratztechnik gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Ursprünglich wurden die Ostereier mit meist traditionellen Blumenornamenten oder religiösen Motiven verziert, die Muster wurden meist auf roten, violetten oder schwarzen Hintergrund gekratzt. Heute darf es aber schon ein bisschen bunter und fantasievoller sein.

Die alte Handwerkskunst der Kroaten in dieser Region wird immer noch weitergegeben. Zu Ostern kann man sie in Stinatz bewundern und auch als Ostergeschenk seinen Lieben mitbringen.

Bei Interesse kann man sich bei den kundigen Ostereier-Kratzerinnen gerne melden, die ihr Können auf Wunsch auch vorzeigen:


Es gibt noch mehr zu entdecken....

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