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Willkommen im südburgenländischen Auenland – dem Zickental

Natur 20.06.22 / Cathrin Marth

Im Südburgenland entdeckt man immer etwas Neues. Ruhe, unberührte Natur, aber auch Abenteuer sind so gut wie überall zu finden. Eine besondere Bekanntschaft habe ich neulich mit dem Zickental gemacht. Eine Landschaft, die sich über die Gemeinden Eisenhüttl, Heugraben bis nach Rohr erstreckt und meiner Meinung nach eine Wohlfühloase für die ganze Familie ist.

 

Alle "Herr der Ringe" und "Hobbit"-Fans, die schon einmal das Auenland erkunden wollten, sollten einen Ausflug ins Naturschutzgebiet “Auwiesen Zickenbachtal” rund um das älteste Niedermoor Burgenlandes machen. Die malerische Landschaft erinnert nämlich an die Heimat der Hobbits. Sattgrüne Wiesen, bunte Blumen, sanfte Hügel und lichte Wälder, die zu Fuß oder mit Rädern und E-Bikes erkundet werden können. Mitten drin, das Moor in Rohr. Mit 42 Hektar ist es das größte in ganz Österreich und sagenhafte 12.000 Jahre alt.


Das Moor – ein Erlebnis für die ganze Familie und Abkühlung im Sommer

Das Moor in Rohr kann das ganze Jahr über frei besucht werden. Wer mehr wissen möchte, so wie ich, der kann auch eine Führung buchen. Besonders das Lagerfeuer mit Steckerlbrot und Ochsen-Kessel ist ein super Programm für Kids. Die Wege durch das Moor sind beschildert, eine Tafel ist sogar für Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung zum Fühlen. Ganz toll finde ich die Sitzbänke, die für Rollstuhlfahrer designt wurden. Unser Weg ging vom naschbaren Kräutergarten, Garten der Sinne über den Knüppelweg und der Moorsuhle bis hin zum magischen Auwald. Und wenn ich ehrlich bin, hatte ich am meisten Spaß in der Moorsuhle. Einmal wieder so richtig in den “Gatsch hupfn” (= dreckig machen) wie früher. Das bereitet nicht nur den Kindern Freude.


Beim Durchmarschieren macht sich eine Zufriedenheit breit, die diese idyllische Abgeschiedenheit hervorbringt. Ein Ausgleich zum hektischen Alltag. Meine absolute Empfehlung: Ein Buch schnappen und die Ruhe unter einem Baum genießen. Wenn es zu heiß wird, einfach die Füße kurz in die Moorsuhle stecken und abkühlen. Und wer im August einen Ausflug ins Moor plant, sieht mit etwas Glück auch die Moorochsen auf den Weiden. Apropos Moorochsen!


Die großen Vierbeiner marschieren das ganze Jahr über von Weide zu Weide. Im August kehren sie dann ins Moor ein. Sie tragen einen wichtigen Teil zum Naturschutzgebiet bei. Denn die Ochsen düngen die Böden auf natürliche Weise, ohne sie dabei mit ihren Hufen zu zerstören. Etwa 140 Moorochsen sind unterwegs. Jedes Jahr wird ein kleiner Bestand in der regionalen Gastronomie, in Bauernläden und gegen Vorbestellung beim Frischeteam Stefri für den Verzehr angeboten. Keine Masse, sondern Qualität! Ohne Druck und Zeitstress können die Ochsen 24 bis 30 Monate lang auf den Weiden grasen und ein stressfreies Leben führen. Und so entspannt haben sie bei unserem Besuch auch ausgesehen.


Nicht weit von den Moorochsen entfernt – in Heugraben – wartet schon die nächste Erfrischung auf uns: die Zickentaler Brauerei. Selbstgebrautes Bier, das ungefiltert mit regionalem Wasser gebraut wird und einfach die totale Erfrischung ist. Im Gastgarten vor der Brauerei fühlen wir uns richtig wohl, der lädt nämlich zum Verweilen ein. Regelmäßig trudeln Radfahrer ein, die eine Kleinigkeit essen und trinken. Alles dreht sich um Bier und die Auswahl ist groß. Vom Kurkuma-Bier, Uhudler-Bier bis zum klassischen Zickentaler Ursprung.

 

Das Zickental ist zwar eine kleine Region, hat aber viel zu bieten. Erlebniswege, wilde Natur und Tiere sowie Paradiesrouten wie den Apfel-Radwanderweg nach Kukmirn oder den Streuobstwiesen-Radweg nach Rohrbrunn. Einfach die Wanderschuhe oder das Rad schnappen und die Gegend erkunden.

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